Die Landesgartenschau in SchweinfurtCarusallee

Städtebauliches Highlight

  • Achsenblick nach West
    Achsenblick nach West
  • Brunnen Campusplatz
    Brunnen Campusplatz
  • Pumptrack
    Pumptrack
  • Baustelle
    Baustelle
  • Beachvolleyball
    Beachvolleyball
  • Carusallee Ost mit FH Neubau
    Carusallee Ost mit FH Neubau
  • Pollerleuchten
    Pollerleuchten
  • Herbststimmung
    Herbststimmung
  • Pflanzinsel
    Pflanzinsel

Städtebauliches Highlight bei der Konversion der Ledward Barracks ist jetzt schon die Carusallee als neue grüne Mitte, die das ehemalige Kasernengelände mit seinen stadträumlichen Qualitäten in die umliegenden Stadtbereiche eingliedert. Die rund 600 Meter lange und 30 breite Erholungsanlage reicht von der Franz-Schubert-Straße bis zum Kasernenweg auf Höhe des Stadions und bietet den Bürgerinnen und Bürger vielfältige Freizeitmöglichkeiten.

lohrer.hochrein gewinnen Wettbewerb
Die Ausgestaltung dieser Allee wurde 2017 mithilfe eines Ideen- und Realisierungswettbewerbs entwickelt, den das Büro lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner (München) gewann. Der Wettbewerb wurde als offener, zweistufiger, freiraumplanerischer Planungswettbewerb ausgelobt. Nach zahlreichen Spartenverlegungen und dem Bau zweier unterirdischer Wasserspeicher in den Jahren 2018 und 2019 begannen die eigentlichen Bauarbeiten im Sommer 2019 und waren zum Jahresende 2020 abgeschlossen. Die Kosten blieben mit rund 6,0 Millionen Euro exakt im prognostiziertem Rahmen. Allein vier Millionen Euro an Fördergeldern erhielt die Stadt Schweinfurt aus dem Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus, nachdem die Carusallee zuvor bei einem bundesweiten Auswahlverfahren mit dem ersten Preis unter 116 Bewerbern ausgezeichnet worden war.

Hainartige Allee
Gestaltet ist die Carusallee nicht im ursprünglichen Sinne einer Allee mit streng gesetzten Baumreihen, sondern im bewussten Kontrast zur ehemals militärischen Liegenschaft mit einer hainartigen Allee. Die Idee des »lichten Hains« stammt vom Maler Carl Gustav Carus, der zugleich Mediziner und 13. Präsident der 1652 in Schweinfurt gegründeten Nationalakademie Leopoldina war. In Erinnerung auch an dieses wichtige Kapitel Schweinfurter Stadtgeschichte wurde die Allee nach ihm benannt.

Vielfältige Nutzung
Entlang der neuen Carl-Gustav-Carus-Allee wechseln sich geschwungene Landschaftsinseln, kleine Hügelbereiche, Bäume, Pflanzen- und Wiesenflächen sowie zahlreiche Aktivzonen ab. Darunter Sport- und Kinderspielareale wie Spielfelder für Streetball und Beachvolleyball, im Boden eingelassenen Trampolins und ein Pump-Track für Skater und Biker. Zudem wurden Ruhezonen mit hölzernen Liegesitzen und Sitzgelegenheiten aus weißem Beton in verschiedenen Formen gestaltet. Ein Brunnen vor dem Neubau der FHWS (Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt) erfreut die Beobachter auf den runden Sitzscheiben mit seinen Wasserspielen und bietet zugleich etwas Abkühlung. Nördlich des ehemaligen Stabsgebäudes bietet das Wäldchen mit seinen Bestandbäumen und gemütlichen Sitzliegen eine sehr hohe Aufenthaltsqualität.

Oberflächenwasser klug nutzen
Der Umgang mit dem Regenwasser ist zukunftsweisend gelöst. Unter der Allee wurde eine sogenannte Rigole zur Aufnahme der Oberflächenwässer eingebaut, eine weitere unter der südlichen Campusachse (Konrad-Zuse-Straße). Wasser kann so gepuffert und gefiltert als Grauwasser zur Verfügung gestellt werden und entlastet damit die Vorfluter, sprich Abwasserkanäle. Dadurch wird bei Starkregenereignissen das Risiko von Überschwemmungen in tiefergelegenen Stadtteilen, beispielsweise am Schelmsrasen, deutlich minimiert.