Die Landesgartenschau in SchweinfurtDer Entwurf

Der Siegerentwurf von Planorama

  • Der Entwurf des Bürgerparks von Planorama
    Der Entwurf des Bürgerparks von Planorama
  • Eine Perspektive des Parks
    Eine Perspektive des Parks
  • Übersichtsplan
    Übersichtsplan

Große Teile des zentralen Bürgerparks werden als extensive und möglichst artenreiche Wiesen- und Rasenflächen angelegt, die verantwortlich mit den Ressourcen umgehen und zur Erholung und für informelle sportliche Angebote zur Verfügung stehen. Tiefe Bodeneingriffe werden dabei nicht notwendig, der Aufwand bei der Anlage und im Unterhalt ist angemessen. Vorhandene Bäume werden als Solitäre in die Wiesenlandschaft integriert und durch Neupflanzungen ergänzt. Gefasst wird die offene Mitte von einem Rundweg sowie von dichteren naturhaften Gehölzflächen, die die topografischen Kanten aufnehmen und zu einem Thema komplettiert. An der höhenmäßig tiefsten Geländestelle am südlichen Rand des Parks werden bepflanzte Retentionsflächen hergestellt, die das Oberflächenwasser des Parks und von Teilen der umgebenden Bebauung im Park versickern und für Trockenzeiten im Untergrund speichern.

Panzerhalle und zentrale Platzfläche
Angelagert an die bestehende Baustruktur der Panzerhalle entsteht sehr zentral eine von allen Stellen des Parks gut erreichbare Platzfläche. Befestigte und versiegelte Beläge werden auf ein angemessenes Maß beschränkt. Hier werden unter anderem ein großer Wasserspielplatz und eine Skateranlage verortet. Vorstellbar ist der Erhalt der Halle nach der Gartenschau als unbeheizte freitragende Überdachungs-Konstruktion die einen Witterungsschutz bietet und als Relikt an die Historie des Ortes erinnert.

Klimawäldchen und Urwaldpfad
Westlich der zentralen Platzfläche entsteht auf dem vorhandenen Zwischenplateau ein Klimawäldchen mit einem Umweltbildungspfad und kleinem Veranstaltungsort als Lichtung. Auf den Flächen sollen möglichst naturnahe und klimaangepasste Gehölzflächen entstehen, die im spannungsvollen Kontrast zu den offenen Wiesenflächen stehen. Das Wäldchen bietet einen guten Rückzugsort an heißen Sommertagen. Die Gehölzbestände sollen aus einer Mischung zu erhaltender Bestandsbäume, Jungbaumpflanzungen und Flächenanteilen mit spontaner Sukzessionsvegetation entwickelt werden. Dies bietet die besten Chancen eine auf die Klimaveränderungen angepasste dauerhaft stabile und pflegeextensive Struktur zu schaffen. Die Mischung einheimischer Zukunftsbaumarten sowie Exoten mit höherer Trockenheits- und Hitzetoleranz ergeben neben mehr Stabilität auch ein intensiv abwechslungsreiches Bild und unterstützen die Biodiversität in der Stadt. Der Urwaldpfad vermittelt als Umweltbildungsangebot spielerisch das Wissen um die Folgen des Klimawandels. Die neuen Baum- und Gehölzpflanzungen im Gelände setzen sich aus klima- sowie standortangepassten heimischen und nicht heimischen Arten wie z.B. Elsbeere, Speierling, Feldahorn, Wildbirne und Eichenarten zusammen, die mit sommerlicher Hitze und Trockenheit gut zurechtkommen.

Die geplante Nutzwasser-Bewässerung aus der Kläranlage kann an heißen und trockenen Tagen helfen, das Überleben der Bestände zu sichern. Dazu können im Untergrund ergänzend poröse Speicherschichten (Sponge City Konzept) hergestellt werden, die Sickerwasser für Trockenzeiten zurück- und verfügbar halten.